Zur Historie des UL-Flugplatzes Vettweiß-Soller und des Luftsportvereins Gertrudenhof e.V.

 

UL-Flugplatz Vettweiß-Soller oder das "Projekt Gertrudenhof"

Die zunehmend attraktivere UL-Fliegerei führte Anfang der 90er Jahre, ausgehend von Mitgliedern des UL-Vereins Morschenich, zur Suche eines Geländes zwecks Errichtung eines weiteren Flugplatzes im Dürener Raum.

Der am genannten Ort bereits vorhandene UL-Platz ermöglichte zwar den Flugbetrieb, war jedoch für eine regelmäßigen Schulung von Nachwuchspiloten nicht besonders geeignet. Hier fehlte vor allem die Unterstellmöglichkeit für Flugzeuge in unmittelbarer Platznähe, nachteilig war auch die Nähe zur Ortschaft wegen des zusätzlichen Lärmaufkommens.

Initiatoren des Vorhabens waren die damaligen Vereins-Mitglieder, Dr. Wolfgang Deiters und Heinz Lothmann, welche ein geeignetes Gelände am Gertrudenhof, in der Gemarkung Soller vorfanden.
Neben einer weitgehend leeren Maschinenhalle zur Unterstellung von Flugzeugen, bot sich auch die unmittelbar an der Halle liegende Fläche zur Errichtung einer Graspiste mit freiem An-und Abflug an.
Insbesondere war hier ein hinreichender Abstand zu Ansiedlungen gegeben.

Nachdem der Eigentümer des landwirtschaftlichen Anwesens, Heinz Kerp und seine Familie der Sache aufgeschlossen gegenüber standen, startete das „Projekt Gertrudenhof“ im Juli 1993 mit einer Voranfrage zur Genehmigung eines UL-Platzes beim RP Düsseldorf.
Damit begann der unvermeidliche Gang durch die behördlichen Instanzen.
Gutachten, Anfragen und Stellungnahmen mussten bei nicht weniger als 21 Einzelbehörden und Interessengruppen eingeholt werden.
Genau 2 Jahre später, im Juli 1995, wurden die aufreibende und mühevolle Arbeit der Initiatoren mit der Genehmigung eines Sonderlandeplatzes für UL-Flugzeuge am jetzigen Standort belohnt.
An dieser Stelle danken wir allen Beteiligten ganz herzlich, insbesondere auch der Gemeinde Vettweiß, welche die Errichtung des Platzes stets positiv begleitet hat.

 

Luftsportverein Gertrudenhof e.V.

Es gab zwar nun ein genehmigtes Gelände, aber leider noch keinen Verein, welcher sich konsequent um die Anlage und Nutzung eines Flugplatzes bemühte.
Aus verschiedenen Gründen waren die internen Verhandlungen der Initiatoren zum Ausbau des Platzes ins Stocken geraten.

Ende 1995 ergriff dann das damalige Morschenicher Vereinsmitglied Willi Brück die Initiative zur Weiterführung des Projektes Gertrudenhof.
Als weitere UL-Enthusiasten dazustießen, konnte schließlich, fast 2 Jahre später am 24.Mai 1997 in der nahegelegenen Ortschaft Drove von 14 Gründungsmitgliedern der „Luftsportverein Gertrudenhof e.V.“ aus der Taufe gehoben werden.
Willi Brück wurde zum 1.Vorsitzenden gewählt und übte dieses Amt ununterbrochen bis zum April 2004 aus.

 Mit Aufnahme des Flugbetriebes wurden im Gründungsjahr, nach Fertigstellung der Startbahn, die Hallenstellplätze- und später auch, mit der Beschaffung von Hebezeugen, Deckenplätze eingerichtetwerden.
Dem Naturschutz diente die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern sowie die Anlage eines Teiches, welcher insbesondere auch seltene Amphibien und Fluginsekten anzieht.

In den folgenden Jahren verbesserte sich die Infrastruktur des Platzes stetig:
So wurden, neben der Parkplatzbefestigung und der Anlage einer sanitären Einrichtung, 1999 auch 2 Container zu einem Clubheim mit Küche ausgebaut.
Kurze Zeit später konnte das Clubheim mit einem imposanten Tower gekrönt werden.
Der im gleichen Jahr errichtete Hallenanbau trug dem Mitgliederzuwachs und damit dem Bedarf nach zusätzlicher Stellplatz-Kapazität Rechnung.

Mit Eröffnung einer Flugschule durch ein Vereinsmitglied im Jahr 2000, konnte sowohl die Attraktivität des Platzes als auch die fliegerische Aktivität deutlich gesteigert werden.

Heute sind im UL- Luftsportverein Gertrudenhof mehr als 60 Mitglieder mit 28 Flugzeugen beheimatet.
Neben Ausübung der eigenen UL-Fliegerei wird insbesondere der Kontakt zu fliegenden Gästen, aber auch zu interessierten Besuchern gerne gepflegt.
Hierzu wurden in den letzten Monaten sowohl Flugzeugstellflächen erweitert, als auch Terrassenplätze mit Grill und Sitzgelegenheiten angelegt.

Rolf Viehs